Zum Heiligen Kreuz

Die Kirche Zum Heiligen Kreuz wurde in den Jahren 1967 / 68 auf Basis eines wettbewerblich ausgeschriebenen Entwurfs von Josef Lehmbrock gebaut.
Die Kirche steht auf einem unregelmäßigen achteckigen Grundriss.  Der Flachbau ist von außen nicht durch einen Kirchturm erkennbar.  Seine prismatische Außenhaut wird durch Betonglasbausteine gebildet, die auch im Innern der Kirche als Lichtelemente zu verstehen sind.
Die Bauweise der Kirche erlaubte einen stützenlosen Raum zu schaffen, der von allen Seiten absolut freie Sicht auf den Altar zulässt. Es ist zu vermuten, dass der Architekt mit der Anordnung der Sitzplätze im Halbkreis um den Altar das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gemeinde fördern wollte. Die Versammlung der Gemeinde um den zentralen Altar erscheint als das räumliche und liturgische Motiv dieses Kirchenraums.
Das Mischlicht aus natürlichem, durch die Glasbausteine fallenden und künstlichem Licht erzeugt eine Stimmung, die den Betrachter sofort in seinen Bann zieht. Bedauerlich ist vielleicht, dass sich der kleine fensterlose Seitenaltar dieser Atmosphäre etwas entzieht.
An dem dem Eingang gegenüberliegenden Wandabschnitt, hinter Altar und Tabernakel ist ein Kreuz aus Glasbausteinen der mittleren Größe mit roten Steinen an Kreuzungs-und Endpunkten zu erkennen.
Die Bauweise der Kirche scheint sich der Installation einer herkömmlichen  Pfeifenorgel zu widersetzen. So tut heute eine neue elektronische Orgel ihren Dienst.
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Die Osterkerze von Heilig Kreuz

Ein wichtiger Fixpunkt in jeder katholischen Kirche ist die Osterkerze. Die Osterkerze unserer Kirche »Zum Heiligen Kreuz« ist etwas Besonderes - denn sie wird nicht fertig gekauft. Bereits seit vielen Jahren ist es hier eine schöne Tradition, die Kerze, die in der Osternacht feierlich am Osterfeuer entzündet wird und unsere Gemeinde durch das ganze Kirchenjahr begleitet, thematisch zu gestalten.

Jedes Jahr wählen die beiden Künstlerinnen Martina Feierabend und Sylvia Weinert für ihren Entwurf ein biblisches Thema und gestalten die Osterkerze mit verschiedenen Motiven nach Szenen des Alten und Neuen Testamentes. Einen Eindruck von der Arbeit und der Liebe zum Detail, mit der Sie ihre Entwürfe in filigrane Wachsobjekte umsetzen, vermitteln die nachfolgenden Bilder.

Wir danken diesen beiden Frauen aus unserer Gemeinde für ihr nicht alltägliches Engagement und die inspirierende Bereicherung unserer Kirche.

Osterkerze 2012

Motiv_Osterkerze_2012
Gott gab uns Atem, damit wir leben ...
 
Vater im Himmel, du hast mir das Leben geschenkt.
Aus deinen Händen habe ich das Leben empfangen.
Du hast mir Leben eingehaucht,
damit ich in Freiheit mein Leben gestalten darf.

Wenn ich still werde, spüre ich meinen Atem.
Ich atme ein - ich atme aus.
In einem Rhythmus, den ich kaum steuern kann.

Das Leben verlangt gelebt zu werden.
Arbeiten und Ruhen, Tun und Lassen.
Du gibst mir mein tägliches Brot und
schenkst mir deine Gegenwart im Brot des Lebens.
Beides gibt mir Kraft.
Das tägliche Brot meinem Körper, das Brot des Lebens meiner Seele.

Deiner ganzen Schöpfung hast du einen Rhythmus gegeben.
Leben und Sterben, erster Atemzug und letzter Atemzug,
Reifen und Ruhen, Säen und Ernten,
der Natur ihre Atempause geben, Tag und Nacht.

Vater, wie oft hetze ich gegen den Pulsschlag meines Lebens?
Aus Angst, etwas zu verpassen, nicht genug zu leisten.

Erklärungen zu den Motiven der Osterkerze 2012 finden sie hier: Erläuterung Osterkerze 2012

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Osterkerze_2012

Vater, du bist Anfang und Ende allen Lebens, Alpha und Omega.

Ich danke dir, dass mein Leben in dir einen Haltepunkt hat,
fest und beständig,

so sehr Anderes mein Leben auch aus der Bahn wirft, 

so sehr mein Leben aus dem Tritt kommt.
Ich darf sicher sein, es findet wieder einen Rhythmus.


Denn du bleibst. Alpha und Omega.

Osterkerze 2011

Gott ist wie Feuer ...

Gott ist wie Feuer in seinem Eifer, seiner Herrlichkeit, seiner Liebe und Fürsorge, seinem Zorn.1)

In unzähligen Geschichten in der Bibel, besonders häufig im Alten Testament, offenbart sich Gott dem Menschen im Feuer: glühender Ascheregen, aber auch wohltuende Wärme; eine Fackel des Krieges oder ein zündender Funke; verzehrende Glut, aber auch Leidenschaft und Begeisterung; eine Flammenspur der Gewalt oder der Flächenbrand einer neuen Bewegung; Tod und Zerstörung, aber auch Licht und Leben; Kreuz des Leidens und zugleich Kreuz der Auferstehung ...

1) http://www.bistum-wuerzburg.de/bwo/dcms/sites/bistum/bildung/schule/rukurier/ru_kurier_21/feuer.html

Erklärungen zu den Motiven der Osterkerze 2011 finden sie hier: Erläuterung Osterkerze 2011

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Osterkerze 2010

Wasser - Vom Ursprung bis zum Brunnen der Taufe

Auf vielfältige Weise hast du [Gott] das Wasser dazu erwählt,
dass es auf das Geheimnis der Taufe hinweist.


Wasser mit seiner Leben spendenden und zugleich vernichtenden Kraft windet sich als Hauptmotiv von unten nach oben um die diesjährige Osterkerze. Der Wasserfluss deutet in Spiralform die Heilsgeschichte des Gottesvolks im Lauf der Geschichte an - von der Erschaffung der Welt bis zur heutigen Kirche, deren Aufgabe es ist, als Taufbrunnen die Menschen zu Gott zu führen.

Erklärungen zu den Motiven der Osterkerze 2010 finden sie hier: Erläuterung Osterkerze 2010

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Osterkerze 1997

Motiv_Osterkerze_1997
Die Nachrichten bringen uns die Bilder allabendlich in die Wohnzimmer:

Ethnische Konflikte, Bürgerkriege, Gewalt und Unterdrückung sind überall auf dieser Welt anzutreffen. Überall sind Menschen auf der Flucht, irren orientierungslos umher, haben ihre Heimat verloren.

Wir sehen Kindergesichter hinter dem Stacheldraht der Flüchtlingslager, ausgemergelte Menschen hinter dem Stacheldraht der Gefangenenlager und Soldaten an stacheldrahtbewehrten Kontrollpunkten und Grenzen.

Der Stacheldraht zerteilt unsere Welt in zwei Hälften: in die Hälfte der Reichen und Wohlhabenden, der Mächtigen und Regieren­den - in der Regel unsere Hälfte. Die andere Hälfte ist die der Armen, der Ausgebeuteten und Unterdrückten.

Stacheldraht: er zieht sich durch unsere Welt, unser Land, unsere Gesellschaft und durch das Leben jedes einzelnen von uns. Und immer bedeutet er - ob faktisch oder symbolisch - Ausgrenzung, Angst, Zwietracht, die Abwehr von allem Fremden oder die Sorge um den eigenen Besitzstand.

Eine Welt also, die in den Fesseln des Stacheldrahtes liegt. Die Gestaltung der Osterkerze soll uns dies im kommenden Jahr immer wieder aufs neue in Erinnerung rufen. Sie zeigt deshalb eine Weltkugel, deren Kontinente in vielen unterschied­lichen Farben dargestellt sind. Die vielen Farben können aber nicht nur als Zeichen der Gegensätze ge­deutet werden; sie sollen uns auch an die Chancen und die Lebendigkeit einer Gemeinschaft erinnern, die aus ihrer Vielfalt schöpft und lebt. Aber noch ist diese Welt in einem Geflecht von Stacheldraht gefangen - ein Geflecht, das auch unsere Osterkerze umgibt.

In der Osternacht feiern wir die Auferstehung Jesu - für uns Christen das Zeichen der Hoffnung. Der Schein der Osterkerze verkündet es: Jesus ist das Licht der Welt - dieser Welt im Jahr 1997, unserer Welt in Rheindorf-Nord. Er macht den Unterdrückten Mut, schenkt den Armen Hoffnung und weist den Verlassenen und Orientierungslosen den Weg.

Im Laufe des Jahres werden wir erleben, wie der Schein der Osterkerze die Welt leuchten läßt: hinter dem Stacheldraht wird es hell werden; denn das Licht der Welt und die Botschaft Jesu lassen sich weder aussperren noch unterdrücken oder gefangen halten.

Uns aber, die wir die zwischenmenschlichen Barrieren in unserem eigenen Leben oft aus dem Bewußtsein verdrängen, soll der vom Licht der Osterkerze angestrahlte Stacheldraht ermahnen, die Zäune und Mauern in unseren Köpfen und Herzen endlich einzureißen.

Hinweise zum Copyright

Idee, Entwurf und Gestaltung der abgebildeten Osterkerzen:
© 2010, 2011, 2012 Martina Feierabend und Sylvia Weinert
© 1997 Beate und Thomas A. Brück, Stefanie Keller, Waltraud Seifert, Roswitha und Detlef Wolff
Alle abgebildeten Kerzen und Kerzenmotive sowie die zugehörigen Texte sind urheberrechtlich geschützt und unterliegen einer Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Germany-Lizenz

Fotos: © 2010, 2012 Klaus Weinert und © 1997, 2011, 2012 Detlef Wolff | dewophoto.de